WS-WW Learning for Life: Space-Cannibalism

Veranstaltungsdetails

Lehrende: Stefan Wagner

Veranstaltungsart: Workshop WW

Anzeige im Stundenplan: Wahlwoche

Unterrichtssprache: Deutsch

Min. | Max. Teilnehmerzahl: 5 | 25

Lehr-/Lerninhalte:
Der brasilianische Poet Oswald de Andrade schrieb 1928 ein "Kannibalistisches Manifest". Darin formulierte er eine kulturelle Aneignung welche koloniale Strukturen zu eliminieren suchte. In Space-Cannibalism wollen wir dieses Manifest als Anregung verstehen uns aus dem vernunftzentrierten Verstehen zu bewegen hin zu einem von Intuition geleiteten Herangehen. So soll Raum als Konstruktion aufgedeckt werden. Wie sind die Verschränkungen von kultureller Aneignung von Stadtraum zu denken - zeichnerisch, konzeptionell und performativ? Wie wird heute Raum vermarktet? Die Stadt Stuttgart dient als Blaupause für Entwürfe und Aneignungsstrategien wie Kunst agieren kann - oder eben auch nicht.


Stefan Wagner ist freischaffender Kunsthistoriker und Kurator in Zürich. Er führte von 2009 bis 2014 kollaborativ den Kunstraum Corner College in Zürich, schreibt für Magazine und Kataloge. Er forschte an der Zürcher Hochschule der Künste im Bereich Public Art und unterrichtete an der ETH Zürich (Lehrstuhl Karin Sander im Departement Architektur), Haute École d'Art Genf, Schule für Gestaltung Bern und Biel und der Zürcher Hochschule der Künste, Zürich. 2013 erhielt er den Swiss Art Award für Kunstvermittlung und 2014 das Stipendium für Kunstvermittlung der Stadt Zürich.

In dieser Workshopwoche anlässlich des Jubiläumsjahrs des Merz Bildungswerks und der Merz Akademie sollen aktuelle Formen der Wissensvermittlung, künstlerisches Handeln in Gruppen, strategisch-künstlerische Formen des Regierens, Forschung(sgemeinschaften) und Lernen mit digitalen Mitteln im Mittelpunkt stehen

Formen des Lehrens und Lernens haben sich tiefgreifend verändert seit der Gründung des reformpädagogischen Projekts des Merz Bildungswerks
vor 100 Jahren durch Albrecht Leo Merz. Reformpädagogische Lehre – von A.L. Merz und andernorts – wirkt aus heutiger Sicht geradezu experimentell, wenn man sich die überlieferten Szenen einer holistischen Lehre mit allen Sinnen vorstellt: Sit-Ins im Freien und auf Wiesen, Ateliers als Unterrichtsräume, Austausch in freien Gruppen, und all das ohne sichtbares Curriculum. [ideologischer Überbau!]
Mit der Neugründung und Neuausrichtung der Merz Akademie 1982 (von Markus Merz, Michael Dreyer, Julio Rondo, und weiteren) hat sich schnell eine Lehrform etabliert, die gestalterisches und künstlerisches Arbeiten mit geisteswissenschaftlichen Werkzeugen kombiniert hat: Projektarbeit mit sozialen Belangen und realen Aufträgen nahe an den Themen der Cultural Studies.

Mindestens zwei grundlegende Änderungen haben sich seither vollzogen:
Die strikte Strukturierung und Modularisierung hat sicherlich den Charme eines „freien“ Studiums erschwert durch Standardisierung von Inhalten. Und die unter dem Begriff Digitalisierung versammelte Beschreibung eines gewaltigen Transformationsprozesses hat nicht nur die Arbeitswelt grundlegend verändert, sondern auch das Verhalten der/des Einzelnen in der Gesellschaft. Beides kann zu einer Auflösung von gemeinschaftlichen Formen des Lernens führen.

Vor diesem Hintergrund greift die Konferenz learning for life wichtige Aspekte aktueller Strategien des Lernens und Lehrens heraus. Es soll Anstoß geben über aktuelle und zukünftige Formen des Lernens und Lehrens zu reflektieren. All diese Dinge müssen zwangsläufig vor dem Hintergrund des überall zu verzeichnenden Rechtsrucks und der Infragestellung längst etablierter demokratischer Werte überdacht werden, d.h. die Workshops greifen demokratische, kritische und emanzipatorische Themen von Lehr- und Arbeitsmethoden auf.

Die öffentliche Konferenz findet am Freitag, 9. November 2018 statt.

Qualifikationsziele:
Konzentration, Fokussierung auf Einzelaspekte eines Themas; Arbeit unter Zeitdruck in heterogenen Teams. Branchen- und Transferkenntnisse. Schlüsselkompetenzen

Bewertungskriterien:
Zum erfolgreichen Bestehen ist der Nachweis der Lernergebnisse in Form einer praktischen Übung (Entwürfe) erforderlich.

Darüberhinaus sind erforderlich: Teilnahme mindestens 85%, aktive Beteiligung. Einhaltung der Zeitvorgaben, Pünktlichkeit bei Veranstaltungen, eigenständige Informationsbeschaffung.

Workload:
Der Arbeitsaufwand für die Veranstaltung liegt bei 50 Stunden.
40 Std. Präsenzunterricht, 10 Std. individuelle Vor- und Nachbereitung inkl. Erstellung der Prüfungsleistung)

Termine
Datum Von Bis Raum Lehrende
1 Mo, 5. Nov. 2018 10:00 16:30 62.1.2 Computerlab Stefan Wagner
2 Di, 6. Nov. 2018 09:30 16:30 62.1.2 Computerlab Stefan Wagner
3 Mi, 7. Nov. 2018 09:30 16:30 62.1.2 Computerlab Stefan Wagner
4 Do, 8. Nov. 2018 09:30 16:30 62.1.2 Computerlab Stefan Wagner
5 Fr, 9. Nov. 2018 09:30 17:30 62.1.2 Computerlab Stefan Wagner
Enthalten in Vorlesungsverzeichnissen
Vorlesungsverzeichnis
Lehrveranstaltungen > Bachelor Crossmedia Publishing (alle)
Lehrveranstaltungen > Bachelor Wahlwoche
Lehrveranstaltungen > Master Vorstudium > Master Vorstudium (Modul 2)
Übersicht der Kurstermine
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Lehrende
Stefan Wagner